Stufe 1 – Yama

Yama

In der ersten Stufe des Astanga-Yoga (yama) ist das Ziel die absolute Kontrolle über sich zu haben. Diese Kontrolle bezieht sich auf fünf Grundsätze.

  1. Gewaltlosigkeit (ahimsa)

Kein lebendes Wesen körperlich, geistig verletzen oder töten. Damit ist wirklich jedes Lebewesen gemeint. Menschen, Tiere und auch Pflanzen.

 

  1. Wahrhaftigkeit (satya)

Satya setzt voraus, immer in der Wahrheit zu leben, niemals die Unwahrheit sagen. Keine falschen Informationen, wie Gerüchte oder falsche Zeugenaussagen zu machen.

 

  1. Nicht stehlen (asteya)

Niemals stehlen oder gierig und habsüchtig sein.

 

  1. Enthaltsamkeit (brahmachayra)

Wörtlich übersetzt bedeutet brahmachayra Keuschheit. Es mag sein, dass ein Yogi, der den achtstufigen Weg des Yoga geht und sich dem Leben der Erleuchtung widmet auch Enthaltsamkeit lebt. Doch viele Menschen praktizieren Yoga bis zur vierten Stufe auch wenn Partner haben. Deshalb deute ich den vierten Grundsatz etwas anders. Man könnte zum Beispiel auch sagen: vermeide sexuelles Fehlverhalten. In einer Partnerschaft leben beide dieses Prinzip, indem sie einander treu sind. Letztlich kann man unter Enthaltsamkeit verstehen, sich von den sexuellen Sinnesfreuden nicht vom spirituellen Weg ablenken zu lassen. Deshalb lebet man die erste Stufe auch mit Partner. Lieben sich zwei Menschen aus Liebe auf der körperlichen Ebene, ist diese Sexualität die höchste Schöpfungsenergie.

 

  1. Unbestechlichkeit (aparigraha)

Parigraha ist das Begehren oder die Gier Sinnesobjekte zu besitzen.

Aparigraha ist das Gegenteil von Parigraha. Aparigraha ist die Abwesenheit des Verlangens zu besitzen. Der Mensch sollte darauf achten, nur so viel zu haben, wie er zum Leben braucht. Dieser Grundsatz sagt auch, dass wir keine Geschenke annehmen sollen, wenn wir dadurch manipuliert werden, oder wenn wir uns nach dem Annehmen des Geschenkes verpflichtet fühlen. Liebevolle Geschenke, die aus dem Herzen kommen sind damit nicht gemeint.

 

Die erste Stufe, die Yamas, sind sehr gute Werkzeuge, um mehr Bewusstsein im Umgang mit anderen Menschen zu entwickeln. Wenn wir diese Prinzipien im täglichen Leben immer anwenden, können sich all unsere Beziehungen verbessern – sowohl bei anderen als auch zu uns selber. Denn das was wir säen, dass ernten wir auch.